Arte Povera

Arte Povera ist ein unscharf definierter Begriff aus dem Italienischen, der übersetzt so viel wie >>Arme Kunst<< bedeutet. Einigkeit besteht darüber, dass es sich bei der Arte Povera um eine Kunstrichtung handelt, die sich gegen Ende der sechziger Jahre in Italien entwickelte, mit Schwerpunkt in den Städten Rom und Turin. Eindeutig ist auch, wer den Begriff prägte. Es war der Kurator Germano Celant. Viel weniger klar ist hingegen, was unter dem Begriff Arte Povera zu verstehen ist. Die Definitionsversuche sind so vielfältig, wie das Schaffen der Künstler, die dieser Kunstrichtung zugeordnet werden.

Was ist Arte Povera?

Das Seemann-Kunstlexikon definiert die Arte Povera noch >>als Kunsrichtung der bewußter Einfachheit und Askese, als eine Formarmut, die einfachste, oft betont triviale Materialien verwendet, und diese dann auch nur kaum oder ganz besonders sparsam formt<<. Der Kunstbrockhaus hingegen vermerkt unter dem Stichwort Arte Povera, dass es sich um eine >>Kunstrichtung handele, die mit der Verwendung besonders karger Materialien wie beispielsweise Erde, Holz, Kohle, Papier und Schnur auf das poetisch Komplexe in der Welt verweisen will, und die Ausstrahlungskraft, die diesen einfachen Dingen innewohnt nutzt, um längst Vergessenes (sowohl Wissen auch als Emotion) wieder an das Licht der Welt zu bringen.<<

Alles in allem unscharfe, widersprüchliche Definitionen, die auch nicht wirklich Auskunft geben, vor allem wenn man das mannigfaltige Werk der einschlägigen Arte Povera-Künstler vor Augen hat. Fündig werden wir auf der Suche nach einer Definition bei Professorin für Kunstgeschichte Dr. Nike Bätzner, die vermerkt: “Die anhaltende Litanei, Arte Povera sei gleichbedeutend mit armen Materialien, kann demnach nicht aufrecht erhalten werden. Es handelt sich vielmehr um einen Begriff der Übereinkunft, der als historischer Terminus für eine künstlerische Bewegung in Italien zwischen 1967 und 1971 verwendet und inhaltlich nur vieldeutig bestimmt werden kann. Die hier ausgewählten Texte der Kritiker und Künstler machen die disparate Ausrichtung transparent.“ (Bätzner; S. 25) Diese Definition besagt vor allem eines: Arte Povera ist eigentlich nicht zu definieren, zumindest lässt sich der Begriff inhaltlich nicht mit einer bestimmbaren Art von Kunstwerken, Stilen oder Materialien füllen. Begreifen lässt sich diese Kunstrichtung nur in der Betrachtung der Werke von Künstlern, die sich als zur Arte Povera zugehörig begriffen. Und zum historischen Kreis der Arte Povera werden wiederum nur zwölf Künstler gezählt. Von denen sich viele heute nicht mehr in dieser Kunstrichtung verorten. Es bleibt also festzustellen, dass die Arte Povera ein rein historisches Phänomen ist, dass nur im Kontext der damals geschaffenen Kunstwerke – und ihrer Vermarktung durch den Kunstkritiker Germano Celant - zu begreifen ist.

Kurze Geschichte der Arte Povera

Wie jede andere Kunstrichtung, so hat auch die Arte Povera eine Vorgeschichte. Die norditalienischen Künstler blickten zu Beginn der fünfziger Jahre nach Frankreich und rezipierten die Minimalart. Gegen Ende dieses Jahrzehnts gewann die amerikanische Malerei in Italien an Einfluss. Zuerst fand der Abstrakte Expressionismus größte Beachtung, aber ab der Mitte der sechziger Jahre bestimmte die Pop Art mit ihren Trivialmotiven aus der Welt des Konsum den Kunstmarkt, vor allem nachdem die Pop Art im Jahr 1964 auf der Biennale in Venedig ausführlichst ausgestellt worden war. Im Rahmen der Hinwendung zum Alltäglichen und Trivialen in der Kunst erregten auch die 1960 gegründeten Nouveaux Realistes, hier schloss man beispielsweise leere Filmrollen und in transparente Plastikbehälter ein und vermarktete das als Kunst, große Aufmerksamkeit. Es schien, als gäbe es in der Kunst keine Grenzen mehr, weder hinsichtlich der Gestaltungsanforderung, noch in Hinsicht auf das verwendete Material und erst recht nicht für die künstlerische Form oder gar in die ihr zugrunde liegenden Ideen. Die Differenz zwischen hohen und niederen Gegenständen war in der Kunst absolut obsolet geworden.

Galerien, Künstler und die Kritik an der Galerie

Vor allem in den Galerien von Rom und Turin wurden diese vielfältigen Einflüsse begeistert aufgenommen. Erste Künstler experimentierten mit ausgefallenen Materialkompositionen. Alberto Burri mit Plastikfolie, Holz und Sackleinwand oder Lucio Fontana mit durchlöcherten und durchschlitzten Leinwänden. Auch Live-Acts gab es schon. So kochte Pietro Manzoni 1961 in der Mailänder Galerie Azimuth Eier, die er mit seinem Fingerabdruck verzierte und sofort an das Publikum zum Verzehr weitergab. Ein Aktion, deren Sinn wohl darin zu suchen war, sie als ironisch gemeinte Kritik an der Rolle der Künstler und der Kunstmarktmechanismen zu verstehen. Überhaupt spielten Galerien, aber auch Kunstzeitschriften, in der Summe also die Mechanismen des Kunstmarktes schlechthin, eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der Arte Povera. Als erste war die Turiner Galerie Sperone mit ihren am aktuellen Kunstgeschehen orientierten Ausstellungen ein Treffpunkt und später ein Ausstellungsort für die locker vernetzten modernen Künstler. Zu dieser Galerie gesellte sich 1966 die Galerie Stein. In Rom konzentrierten sich die Aktionen der Arte Povera Künstler in den Galerien La Tartaruga und L`Attico. In letzterer führte beispielsweise Jannis Kounelli, ein in Italien lebender griechischer Künstler, seine spektakuläre Ausstellung von 12 Pferden in einer als Reitstall umfunktionierten Tiefgarage vor. Wiederum ging hierbei wohl um die Kritik am institutionellen Rahmen der Galerie. Kounellis selbst verstand die Anwesenheit der Pferde im städtischen Rahmen jedoch nur als >>Sensibilität<< mit der Möglichkeit vielfältiger Assoziationen.

Germano Celant

Entscheidend dafür, dass was sich da in Italiens Galerien tat, den Namen Arte Povera bekam, war der Kunstkritiker und Autor Germano Celant (geb. 1940). Seit 1964 betreute er die Abteilung Bildende Kunst des Magazins >>Marcatre<<, dass von dem Professor Eugenio Battisti herausgegeben wurde. Verdienst von Battist war es, an der Entstehung des ersten Museums für zeitgenössische Kunst in Italien, dem >>Museo Sperimentale<< in Turin entscheidend mitgewirkt zu haben. Zuvor war aktuelle Kunst nicht in italienischen Museen zu sehen gewesen. Um Kunstwerke für dieses >>Museo Sperimentale<< zu sammeln, wurde Germano Celant von Battiste in den Jahren 1965/1966 auf Reisen quer durch Italien geschickt. In dieser offiziellen Mission kam Celant – natürlicherweise - in Kontakt mit entscheidenden Galerien und Galeristen, wie beispielsweise mit dem Galeristen Luciano Pistoi, aber natürlich auch mit den Künstlern. So lernte er unter anderen die späteren Arte Povera Pioniere Pino Pascali, Giulio Paolini, Alighiero Boetti und Jannis Kounellis kennen. Ein lockerer Gruppenzusammenhang entstand.

1967 Die erste Arte Povera Ausstellung

Vom 27. September bis zum 20. Oktober 1967 fand in Genua, dem Wohnort von Germano Celant in der Galerie La Bertesca, organisiert von Celant, die Ausstellung >>Arte Povera – IM spazio<< statt. Ein neuer Kunstbegriff war geboren. Celant hatte den Begriff Arte Povera von Jerzy Grotowskis Thesen >>Für ein armes Theater<< abgeleitet. Beteiligt waren an dieser Ausstellung sechs Künstler mit ganz unterschiedlichen Kunstwerken: Pino Pascali mit >>Zwei Erdkuben<<, Jannis Kounellis mit >>Ein Eisenbecken mit Kohle<<; Alighiero Boetti mit >>aufgestapelten Eternitröhren<<. Luciano Fabro belegte ein Stück Fussboden mit Zeitungspapier. Der Witz dabei: zuvor hatte er den nun nicht mehr sichtbaren Fußboden poliert. Emilio Prini hingegen ortete mittels akustischer und optischer Signale den Raum neu. Giulio Paolini setzte Buchstaben auf die Wände, die auf dem Kopf stehend, den Raum als Raum benannten. Alle Werken war wohl nur eines gemeinsam: Sie unterschieden sich von herkömmlicher Kunst und bestachen die Sinne des Betrachters durch ihre Schlichtheit. Celant nahm diese Ausstellung zum Anlass, um sich mit dem Begriff >>Arte Povera<< an der Neudefinition einer Kunstrichtung zu versuchen. Was ihm jedoch wohl – bis heute- nie in konsistenter Formulierung gelang.

Der Boom der Arte Povera und ihre Verankerung in der Kunstgeschichte

Wenngleich es auch am theoretischen Unterbau der Arte Povera haperte, egal wie sehr sich sowohl die Künstler als auch Celant darum bemühten, so führte doch das geschickte Zusammenspiel von Kritikern, Galeristen und Künstlern dazu, dass dieser Kunstrichtung bald ein breite Aufmerksamkeit gezollt wurde. So war Celant schon 1968 Kurator mehrerer Arte-Povera-Ausstellungen in Italien. Von Ende 1967 bis zur Mitte des Jahres 1969 waren Arbeiten von Arte Povera Künstlern im >>Deposito d`Arte presente<< in Turin zu sehen. Auf der Prospect 68 in der Kunsthalle in Düsseldorf wurden die Arbeiten der italienischen Künstler auch der deutschen Öffentlichkeit zugänglich. Aber erst mit zwei weiteren Aktionen gelang es Germano Celant, die Arte Povera im Gedächtnis der Kunstgeschichte zu verankern. Zum einen 1968 mit der von Aufsehen erregenden Aktionen begleiteten Ausstellung in den >>Arsenali dell`Antica Republica<< in Amalfi, die die Kunstwelt aufhorchen ließ, zum zweiten und vor allem aber mit seinem 1969 in drei Sprachen herausgegebenen Buch >>Ars povera<<, dass neben Schriften von Celant selbst, Werk- und Aktionsfotos von 35 Künstlern enthält. Im Übrigen nicht nur von italienischen Künstlern, sondern auch von Künstlern wie Joseph Beuys, Joseph Kossuth und Eva Hesse. Das Buch untermauerte die Position von Celant als Vater und Entdecker der Arte Povera auf dem Kunstmarkt, indem er von Italien ausgehend, seine Betrachtungsweise einfach auf eine internationale Ebene ausweitete und damit auf dem Kunstmarkt als Entdecker einer neuen Kunst hervortrat.

Arte Povera – innovatives Kunstmarketing

So betrachtet, erzählt die Geschichte der Entstehung der Arte Povera wohl am ehesten davon, was diese Kunst eigentlich ist. Es handelt sich weniger um einen bestimmten Kunststil, sonder eher um eine Form der Kunstvermittlung, die in diesem Fall ein locker verbundenes Netzwerk von Künstlern und Kunstvermittlern gründet. Auch verfolgen die Künstler kein gemeinsames inhaltliches Ziel, sondern sie werden von einem Kunstkritiker – hier: Germano Celant – zu einer Kunstgruppe zusammengefasst. Celants schafft aus dem Netzwerk eine Gruppe, die eigentlich keine Gemeinsamkeiten aufweist, außer ihre künstlich geschaffene Zuordnung, die sich hervorragend vermarkten, beziehungsweise vermittelt lässt– und vielleicht ist das das wahrhaft innovative an der Arte Povera. Celant selbst gelingt es nicht, Arte Povera eindeutig oder auch nur mehrdeutig festzulegen. Von ihm selbst, in seinem Buch geschaffene Ordnungsbegriffe, verdeutlichen nur die Internationalität seines Kunstbegriffes, legen sich aber nicht auf bestimmte Kunstformen fest. Das wird verdeutlicht durch von Celant selbst festgelegte Parallelbegrifflichkeiten, die synonym für Arte povera gebraucht werden können, wie beispielsweise >>conceptual art, earth works, raw materialist, antiform, art microemotive, impossible art.<<  Eine wirklich grandiose Leistung: Kunst, die sich jeder Einordnung entzieht, doch noch einzuordnen!

Führende Künstler der Arte Povera

Der Begriff Arte Povera hat, in den mehr als vierzig Jahren, die seit seiner Schöpfung vergangen sind, einen festen Platz in der Kunstgeschichte gefunden. Unstrittig wird ein Stamm von ungefähr zwölf Künstlern zu dieser Kunstrichtung gezählt, wenngleich einige dieser Künstler sich für ihre späteren Werke gegen diese Einordnung verwehren. Allen hier in Kürze vorgestellten Künstlern ist gemeinsam, dass sie sich auch – oft umfangreich - schriftlich äußerten. Die Schriften der Künstler werden hier nicht aufgeführt, dafür sei auf andere Quellen verwiesen.

Kurzporträts von Arte povera Künstlern

Mario Merz (1925-2003)

Mario Merz lebte hauptsächlich in Turin. Er schuf Skulpturen und Installationen. Sein Hauptmotiv war seit 19968 ein Iglu, dass aus verschiedensten Materialien zusammengesetzt war und die Fibonacci-Zahlenreihe, meist in Neonschrift dargestellt. Seine Kunstwerke revolutionierten das Konzept organischer Kunstkreationen.

Pino Pascali (1935- 1968)

Pino Pascali schuf Skulpturen, war Maler, Grafiker und Filmautor. So drehte er 1967 und 1968 die Filme >>Terra animata<< und >>SKMP 2<<. Bekannt wurde er mit der Serie seiner fiktionalen Skulpturen, die er 1966 schuf. In der >>Serie degli Armi<< baute er orginalgetreu Waffen aus Schrottteilen und Pappe nach. Darauf erstellte er mit natürlichen Materialien wie Wasser oder Erde minimalistische Installationen und entwickelte daraus raumgreifende Geflechte. Pascali war stark beeinflußt von Rauschenberg und der Pop-Art und starb bei einem Motorradunfall.

Michelangelo Pistoletto (geb. 1933)

Michelangelo Pistoletto gehört zu den wichtigsten Künstlern in der Anfangszeit der Arte Povera. Der hauptsächlich in Turin lebende Künstler, der äußerst vielfältige Objekte schuf, verblüffte immer wieder durch recht radikale Positionswechsel. So zog er beispielsweise zwischen 1968 und 1969 mit einer Theatergruppe durch Italien. Die Konstante in seinem Werk ist der Spiegel, der in den unterschiedlichsten Zusammensetzungen, Materialkompositionen und inhaltlichen Zusammenhängen auftaucht. Aber immer wird der Betrachter von Pistolettos Objekten im Spiegel reflektiert.

Jannis Kounellis (geb. 1936)

Jannis Kounellis wurde in Piräus, dem Athener Hafenviertel geboren und lebt seit 1956 in Rom. Seine Installationen und Ensembles leben von schockierenden Materilien und ihrer Widersprüchlichkeit. So verwendet Kounellis gleichzeitig industrielles Material und lebende Tiere, schreckt auch vor der Verwendung von Blut nicht zurück. Aber auch Feuer, beziehungsweise Rauch spielen eine wesentliche Rolle in mehreren seiner Werke. Kounellis Werke bewegen sich immer auch in der Geschichte, so sind sowohl Elemente der Mythologie als auch Spuren der industriellen Revolution fragmentarisch in seiner Kunst enthalten.

Luciano Fabro (b.1936)

Luciano Fabro wurde in Turin geboren und lebt heute in Mailand. In seinen frühen Skulpturen experimentierte er mit Pflanzen, Mineralien und anderem organischem Material. Später reflektierte seine Arbeit eher die >>handwerkliche Kunst<< und reflektierte In dieser Phase sind Fabros bevorzugte Materialien klassische Bildhauermaterialien wie Marmor, Bronze oder Murano-Glas. Seine eigene italienische Künstleridentät reflektiert Fabro ironisch in einer Serie von manipulierten Silhouetten des italienischen Stiefels. Immer dabei: die Auseinandersetzung mit dem Thema >>Tautologien<<.

Alighiero Boetti (1940-94)

Alighiero Boetti wurde in Turin geboren, lebte dort, aber auch in Rom und Kabul (Afghanistan). Wichtiges Element von Boettis Arbeiten ist der Zufall sowie der Zusammenhang von Ordnung und Unordnung. Materialien mit denen Boetti sich ausdrückt sind sowohl farbige Waldinstallationen als auch großformatige teppichartige Stickbilder.

Giuseppe Penone (geb. 1947)

Giuseppe Penone wurde in Garessio bei Cuneo/Piemont geboren und lebt in Turin. Penone, der aus dem bäuerlichen Milieu stammt, verwendet in seinen Objekten immer wieder natürliche Materialen und nimmt in seiner Arbeit auf den Ackerbau, aber auch auf die Natur im allgemeinen Bezug. So greift er beispielsweise in die Wachstumabläufe von Bäumen ein, in dem er mit Eisenkeilen ihren Wuchs umlenkt. Auch dem menschliche Körper und seine Abgrenzungen gegen die Umwelt kommt eine wichtige Rolle zu, beispielweise wenn Penone Kartoffeln dazu bringt, sich sein Gesicht einzuprägen.

Gilberto Zorio (geb. 1944) 

Gilberto Zorio wurde 1944 in Turin geboren. Das zentrale Element in den Arbeiten des Malers und Objektkünstlers ist das Thema >>Energie<<. Ab 1968 bezieht er auch die Sprache (in großformatigen Wörtern) und ab 1972 den fünfzackigen Stern in seine Installationen mit ein.

Giovanni Anselmo (geb. 1934)

Der 1934 in Borgofranco d`Ivera geborene Giovanni Anselmo lebt heute in Turin und auf Stromboli. Der Künstler beschäftigt sich hauptsächlich mit Materialprozessen und schwer fassbaren Themen wie beispielsweise Schwerkraft, Richtung, Sichtung oder auch Sichtbares – Unsichtbares, beziehungsweise Teil – Ganzes, Endliches – Unendliches. Realisiert werden die Werke in verschiedensten Wort- und Materialverbindungen.

Giulio Paolini (geb. 1940)

Der 1940 in Genua geborene und heute in Turin lebende Paolini beschäftigt sich mit den Voraussetzungen und dem Instrumentarium von Kunstproduktion, der Wahrnehmung von Kunst und ihrer Vermarktung. Permanent reflektieren seine Arbeiten die Kunst in ihren vielschichtigsten Dimensionen.

Pier Paolo Calzolari (geb. 1943)

Der 1943 in Bologna geborene Pier Paolo Calzolari lebt heute in Venedig. Gegen Ende der sechziger und in den siebziger Jahren machte Calzolari sich einen Namen als Perfomencekünstler, Später interessierten ihn hauptsächlich Prozesse, die beispielsweise durch das Zusammenspiel von Hitze und Kälte ausgelöst werden. In den achtziger Jahren wandte sich Calzolari der Malerei zu, kehrte aber in den letzten Jahrzehnten wieder Rauminstallationen in der Art seiner früheren Werke zurück.

Germano Celant und die Arte Povera heute

Germano Celant hat heute eine beeindruckende Karriere aufzuweisen. So war er 1997 Leiter der Biennale in Venedig und teilweise als Kurator am Guggenheim Museum in New York tätig. Später war Celant auch Kandidat für die documenta-Leitung. 1997 leitete er die Biennale in Venedig. Zeitweise war er auch am Guggenheim Museum in New York als Kurator tätig. Zudem er Präsident der >> Fondazione Prada<<, dem von Miuccia Prada und ihr Mann gegründeten Mailänder Kunstiftung. Für das Jahr 2011 hat Celant sich jedoch wieder der von ihm geschaffenen Art Povera zugewandt. In fünf italienischen Museum quer durch ganz Italien wird >>Arte Povera in Italia<< ausgestellt. Womit die Karriere des Germano Celant zu einem würdigen Abschluss gelangen dürfte.

Zur Ausstellung (italienisch)- www.electaweb.it/home/news/2011-arte-povera-in-italia/it


Sehen – Lesen - Hören

Sehen - Aktuelle Arte Povera – Austellung:

Che Fare? Arte Povera – 18. Februar – 29. Mai 2011 – Lentos Kunstmuseum Linz

Lesen – Literatur zu Arte Povera

  • Bätzner, Nike: Arte Povera. Zwischen Erinnerung und Ereignis: Giulio Paolini, Michelangelo Pistoletto, Jannis Kounellis. Verlag für moderne Kunst, Nürnberg 2000.
  • Die gesammelten Schriften Germano Celants zur Arte povera – Germano Celant: Arte povera. Storia e storie. Milan 2011.
  • umfassende Literaturliste zur Arte Povera, die man bei der Buchhandlung Walther König auch kaufen kann - www.buchhandlung-walther-koenig.de/cat/subject/zk-artepovera.aspx

Sehen und Hören - Arte Povera auf Video 

Arte Povera im Museum Wiesbaden sehen - Video: Arte povera bis minimal - Sammlung Lafrenz - Museum Wiesbaden (bis 31.1.2010) – hier sehen - www.art-in-tv.de/art-tv-now.php

Sehen und Hören - Arte Povera bei youtube:

Sehen - Das Kunstmuseum Lichtenstein:

Das Kunstmuseum Lichtenstein besitzt eine der weltweit umfangsreichsten Sammlungen ausserhalb Italiens von Kunstwerken der Arte Povera. Hier geht es zum Museum - www.kunstmuseum.li und hier zu einem Sammlungskatalog - emp-web-20.zetcom.ch/eMuseumPlus

Quellen:

  • http://www.visual-arts-cork.com/history-of-art/arte-povera.htm 
  • Nike Bätzner (Hrsg.): Arte Povera – Manifeste, Statements, Kritiken. Basel: Verlag der Kunst Dresden, 1995. 
  • Olbrich, Hans (Hrsg.): Lexikon der Kunst. Leipzig: Seemann Verlag, 2004.
  • F. A. Brockhaus: Der Brockhaus – Kunst. Künstler, Epochen, Sachbegriffe. Mannheim, Leipzig: Brockhaus, 2001.